Bündnis Pro Rettungsdienst

Vertreter:innen der Mitglieder bei der Gründungsveranstaltung im Oktober 2022

Die Notfallrettung in Deutschland ist gefährdet – der Rettungsdienst muss grundlegend reformiert werden!

Die Überlastung des Rettungsdienstes und Fehlsteuerungen im System haben den Rettungsdienst bundesweit in die Krise geführt. Das neu gegründete BÜNDNIS PRO RETTUNGSDIENST fordert die Politik zu schnellem Handeln auf.

Die Aufgaben für den Rettungsdienst nehmen zu; er ist grundsätzlich leistungsfähig, kommt aber immer mehr an seine Grenzen. 

Rettungsdienst ist kein Taxi!

Eine gesunkene Schwelle für die Inanspruchnahme, unzureichende Kenntnis, welche Notrufnummer die jeweils richtige ist und lange Wartezeiten sowie eingeschränkte Verfügbarkeit im ambulanten Sektor führen zu einer Überlastung des Rettungsdienstes. Rettungsleitstellen haben oft nur die Möglichkeit, Rettungswagen oder Notarzt zu schicken, nicht aber eine Gesundheitsberatung zu machen oder anzustoßen.

Das Bündnis pro Rettungsdienst fordert daher, eine enge Verzahnung zwischen 112 und 116117 vorzunehmen. Notrufe, die sich in der Bearbeitung in der Rettungsleitstelle als nicht akut bedrohliche Situation darstellen müssen an die 116117 weitergegeben und dort durch eine Gesundheitsberatung oder den ärztlichen Hausbesuch beantwortet werden. Wie in Pilotprojekten erfolgreich begonnen, müssen Projekte wie der Gemeindenotfallsanitäter oder Notfallkrankenwagen in den Regelbetrieb überführt werden, um Rettungswagen und Notärzte zu entlasten und nicht jedem Notruf eine Krankenhausbehandlung folgen zu lassen.

Überlastung und Berufsflucht – die rettungsdienstliche Versorgung der Bevölkerung ist gefährdet.

Die Tätigkeit in der Notfallrettung stellt sehr hohe Anforderungen an Fachlichkeit und Persönlichkeit der Mitarbeitenden. Sie sind zuerst an der Einsatzstelle und müssen unter oft widrigen Bedingungen Menschenleben retten. 

Die Folgen der Überlastung des Rettungsfachpersonals können zur Bedrohung für die Notfallversorgung der Bevölkerung werden. Aus gesundheitlichen Gründen können nur Wenige bis zum Renteneintrittsalter im Beruf bleiben. Viele verlassen den Beruf schon nach wenigen Jahren. Als Folge der Personalnot hat die Zahl der unbesetzten Einsatzfahrzeuge in den letzten Jahren stark zugenommen.

Eine Ausbildungsinitiative, moderne Arbeitszeitmodelle sowie angemessene Bezahlung müssen erreicht werden, um die Attraktivität einer Tätigkeit im Rettungsdienst zu steigern und die Verweildauer der Beschäftigten im Beruf zu verlängern.

Reform ist notwendig – Akteure beteiligen!

Der Rettungsdienst kann nicht ohne eine gemeinsame Reform der Notfallversorgung verbessert werden; punktuelle Nachbesserungen bringen keine Verbesserung. Ambulante, stationäre und rettungsdienstliche Versorgung der Patientinnen und Patienten sind gleichberechtigte Säulen der Notfallversorgung, die nur ganzheitlich reformiert werden können.

Das BÜNDNIS PRO RETTUNGSDIENST fordert daher unter anderem, durch die technische Zusammenführung der Notrufnummern 112 und 116117 eine Vereinfachung für hilfesuchende, medizinische Laien zu schaffen. Standardisierte Notrufabfragen und Telefonreanimation sind ebenso verpflichtend einzurichten wie die Option, nicht lebensbedrohliche Hilfeersuchen an die 116117 weiterleiten zu können und durch Gesundheitsberatung und Hausbesuche unnötige Krankenhauseinweisungen zu vermeiden.

Eine Strukturreform und eine neue Planung der Notfallversorgung sind notwendig. Die Gefahr ist groß, dass der Rettungsdienst bei der anstehenden Krankenhausstrukturreform erneut, aber unzureichend mitgeregelt wird. Das BÜNDNIS PRO RETTUNGSDIENST fordert, bei den notwendigen Reformen alle Akteure der ambulanten, stationären und rettungsdienstlichen Notfallversorgung in Deutschland zu beteiligen.

Eine Lobby in der Politik haben die in der Notfallversorgung tätigen kaum. Das BÜNDNIS PRO RETTUNGSDIENST hat sich zu diesem Zweck am 27. Oktober 2022 in Frankfurt am Main gegründet. 


Mitglieder des BÜNDNIS PRO RETTUNGSDIENST: